Die DVPW vergibt aktuell drei Wissenschaftspreise: Den Dissertationspreis der DVPW, ab 2024 den neuen DVPW-Lebenswerkpreis und gemeinsam mit der Schader-Stiftung den Lehrpreis Politikwissenschaft.
(28.10.2025) Der DVPW-Dissertationspreis 2025 wird geteilt und geht an Dr. Teresa Sophie Völker, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), für ihre 2024 an der Freien Universität Berlin abgeschlossene Dissertation „Mainstreaming the Far Right: How Far-Right Actors and Ideas Shape Public Debates“ und an Prof. Julian Michel, Assistant Professor of Government an der Hong Kong Baptist University, für seine 2024 an der University of California, Los Angeles, abgeschlossene Dissertation „The Subnational Roots of Democratic Stability“.
Dies hat die dreiköpfige Jury – bestehend aus Prof. Dr. Steffen Eckhard, Prof. Dr. Karsten Fischer und Prof. Dr. Thomas Rixen – bekannt gegeben. Die offizielle Preisverleihung erfolgt im Rahmen des nächsten DVPW-Kongresses im Herbst 2027.
Die Jury sieht in beiden Arbeiten „einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Widerstandsfähigkeit demokratischer Ordnungen“ und hebt „ihre theoretische Klarheit, ihre methodische Innovationskraft und ihre empirische Substanz“ hervor.
Der Wissenschaftspreis der DVPW für eine herausragende politikwissenschaftliche Dissertation ist mit 1.000 € dotiert und wird jährlich ausgeschrieben. Im Rahmen der Ausschreibung 2025 wurden 32 Dissertationen eingereicht, bei denen das Verfahren im Jahr 2024 abgeschlossen oder die im Jahr 2024 veröffentlicht wurden.
Die vollständige Laudatio der Jury für 2025 finden Sie hier.
(26.08.2025) Der mit 1.000 Euro dotierte Lehrpreis Politikwissenschaft der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) und der Schader-Stiftung geht 2025 an Dr. Carmen Wunderlich vom Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) der Universität Duisburg-Essen für ihr Hauptseminar „Nukleare (Un-)Ordnung im Wandel: Herausforderungen bei der Kontrolle, Nichtverbreitung und Abrüstung von Atomwaffen“ an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.
Dies hat die vierköpfige Jury – bestehend aus Dr. Carola Klöck (SciencesPo Paris), Dr. Katharina McLarren (Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, MPIL, Heidelberg), PD Dr. Janne Mende (MPIL und Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) und Kristin Sieverdingbeck (Studentin und Vertreterin der Schader-Stiftung) – entschieden.
Die prämierte Lehrveranstaltung wurde im Wintersemester 2024/2025 am Seminar für Wissenschaftliche Politik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg durchgeführt. Ziel des Seminars für fortgeschrittene Bachelor- und Masterstudierende war es, „die Studierenden anhand von wissenschaftlicher Literatur in das Forschungsfeld zu nuklearer Ordnungsbildung einzuführen und ihnen durch Einblicke aus der politischen und wissenschaftlichen Praxis Kompetenzen an die Hand zu geben, um aktuelle politische Debatten besser einordnen zu können“. Damit erinnert das Seminar an ein Thema der internationalen Politik, das in Lehre und Forschung in Vergessenheit zu geraten drohte, durch weltpolitische Entwicklungen nun aber leider wieder hochaktuell ist.
Carmen Wunderlich gelingt dabei auf herausragende Weise, die Studierenden zu befähigen, theoretische Grundlagen mit analytischen Fähigkeiten zu verknüpfen und diese auf das politische Geschehen der Vergangenheit und Gegenwart zu übertragen. Das Seminar ermöglicht so eine politikwissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit (sozial-)politischen Grundsatzfragen und dem aktuellen politischen Diskurs, ob auf nationaler oder internationaler Ebene. Die Jury zeigt sich insbesondere von der durchdachten Kombination verschiedener Arbeits- und Prüfungsformen beeindruckt, die u.a. die Arbeit in Kleingruppen, die aktive Auseinandersetzung mit Gastvorträgen und eine Exkursion umfassen. Die Studierende werden damit in ihrer Erarbeitung von empirischen und theoretischen Kenntnissen und der Auseinandersetzung mit aktuellen Entwicklungen und Debatten begleitet, gleichzeitig aber auch für ihre wissenschaftliche und gesellschaftliche Verantwortung über ihr Studium hinaus sensibilisiert.
Der Lehrpreis wird 2025 bereits zum fünften Mal vergeben. Die Preisverleihung findet am 20. November 2025 in der Schader-Stiftung in Darmstadt statt. Sie ist eingebettet in den Tag der Lehre. Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist über die Schader-Stiftung möglich.
Die DVPW und die Schader-Stiftung haben den Lehrpreis Politikwissenschaft 2020 geschaffen, um besondere Leistungen in der politikwissenschaftlichen Lehre auszuzeichnen. Der Preis wird seit 2021 jährlich vergeben, um die besondere Bedeutung der politikwissenschaftlichen Hochschullehre sichtbar machen und die Qualität der Lehre in der deutschen Politikwissenschaft stärken. Eine Auswahl der eingereichten Lehrprojekte wird im November im DVPW-Blog in der Reihe „Herausragende Lehre in der deutschen Politikwissenschaft“ veröffentlicht.
(20.08.2024) Der neue DVPW-Lebenswerkpreis geht im ersten Vergabejahr an Prof. em. Dr. Dr. h.c. mult. Fritz W. Scharpf. Der Preis wird am 26. September 2024 im Rahmen des 29. Wissenschaftlichen Kongresses der DVPW an der Georg-August-Universität Göttingen verliehen.
Fritz Scharpf ist seit 1968 Mitglied der DVPW und hat mit seinen Forschungsleistungen seit mehr als 60 Jahren zu allen großen Teilbereichen der Politikwissenschaft beigetragen. Seine Arbeit wird nicht nur in Deutschland, sondern auch international breit rezipiert und hat die Entwicklung politikwissenschaftlicher Forschung maßgeblich geprägt. Die Relevanz von Fritz Scharpfs Arbeit zeigt sich auch weit über die Politikwissenschaft hinaus, etwa in der Rezeption seiner Arbeiten in Nachbardisziplinen wie der Soziologie und den Wirtschaftswissenschaften. Darüber hinaus hat Fritz Scharpf die institutionelle Entwicklung unseres Fachs und Generationen von Politikwissenschaftler*innen geprägt, nicht zuletzt als Direktor am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (1984-1986) und am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (1986-2003). Auch hat Fritz Scharpf in zahlreichen Kommissionen zu gesellschaftspolitischen Fragen mitgewirkt und sich so für einen Transfer politikwissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis engagiert. Damit ist Fritz Scharpf einer der herausragendsten Vertreter unseres Faches, dessen Verdienste die DVPW mit der Verleihung des DVPW-Lebenswerkpreises würdigen möchte.
Der DVPW-Lebenswerkpreis wurde vom Vorstand 2022 geschaffen und wird in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen. Mit dem Preis will die DVPW herausragende Forschungsleistungen auf dem Gebiet der Politikwissenschaft und besondere Verdienste für die Disziplin würdigen, die die Bedeutung und die Sichtbarkeit des Fachs nachhaltig prägen. Es werden Forschungspersönlichkeiten geehrt, die in einer langjährigen Laufbahn mit ihren Arbeiten wichtige Debatten angeregt und beeinflusst, zur Wissenschaftsvernetzung und -vermittlung beigetragen oder sich im Fachverband engagiert haben. Der Preis wird alle drei Jahre ausgeschrieben und im Rahmen des DVPW-Kongresses an den oder die Preisträger*in feierlich überreicht.