Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft

Winter School „Inclusive Water Management in Southern Africa for Improving Gender Equality and Reducing Poverty & Vulnerability“

Autor*innen: Eva Maria Hinterhuber und Jan van der Molen

 

 

Vom 10. bis 14. März 2025 fand an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW), Campus Kleve, zum dritten Mal die Winter School zum Thema „Inclusive Water Management in Southern Africa for Improving Gender Equality and Reducing Poverty & Vulnerability“ statt.

Entstanden aus einer Zusammenlegung der Wahlpflichtfächer „Poverty & Vulnerability“ von Prof. Jan van der Molen (Prof. für Governance grenzüberschreitender Allianzen mit Schwerpunkt Wasserwirtschaft) und „Gender and Development“ von Prof. Eva Maria Hinterhuber (Prof. für Soziologie mit Schwerpunkt Gender Studies) im Masterstudiengang „Sustainable Development Management“, bietet es den Studierenden die einmalige Möglichkeit, direkte theoriegeleitete Einblicke in die konkrete Praxis zu erhalten; die Winter School passt damit perfekt in das Profil einer Hochschule für angewandte Wissenschaften. Die Winter School findet in englischer Sprache statt.

Didaktisch haben Jan van der Molen und Eva Maria Hinterhuber die Winter School als Simulation eines Expert*innenteams konzipiert, das in Eswatini – einem Binnenstaat im südlichen Afrika mit ca. 1,2 Mio. Einwohner*innen – einen Beratungsauftrag für zwei Wasserbehörden zum Thema Gender, Armut und Vulnerabilität auf dem Weg zu einem inklusiven Wassermanagement durchführt.

Dass diese Simulation so realistisch umgesetzt werden kann, ist einer von Prof. van der Molen initiierten Kooperation zwischen der HSRW und der Blue-Deal-Partnerschaft der niederländischen Wasserbehörden mit Eswatini zu verdanken. Der Blue Deal ist eine Partnerschaft zwischen den niederländischen Wasserbehörden mit dem Joint River Basin Authorities - Project Board (JRBA-PB) und dem Eswatini Water and Agricultural Development Enterprise (EWADE). Gastlehrende aus allen genannten Institutionen tragen zum Erfolg der Winter School bei: Sindy Mthimkulu, CEO JRBA-PB, Musa Masilela, Wassermanagement-Spezialist und Mitglied der Geschäftsleitung von EWADE, Marga Oosterveld und Céline de Visser, beide Projektmanagerinnen des Blue Deal, arbeiten intensiv mit den Studierenden. Diese wiederum hatten sich bereits im Vorfeld mit von den Professor*innen bereit gestellten, verpflichtenden (und optionalen) Materialien vorbereitet.

Im Setting der Winter School ausgestattet mit theoretischem, methodischem und praktischem Input von den Professor*innen und externen Expert*innen konnten die Studierenden lokale Probleme intensiv analysieren und konkrete Lösungen entwickeln. Und für diejenigen, die weiter im eswatinischen Kontext forschen wollen, gab eine Alumna des Studiengangs Sustainable Development Managment, Michelle Katzer (Kindernothilfe e.V.), in einer Q&A-Session wertvolle Einblicke in ihre Feldforschung vor Ort im Zuge ihrer Masterarbeit (Betreuung Jan van der Molen und Eva Maria Hinterhuber).

In diesem Jahr nahmen 26 Studierende aus 13 Ländern aus verschiedenen Kontinenten an der Winter School teil. Neben den HSRW-Teilnehmenden konnten mit Unterstützung der Blue Deal Partnership auch Studierende des AGEP-Programms (Arbeitsgemeinschaft der Aufbaustudiengänge mit besonderem Bezug zu Entwicklungsländern) teilnehmen, die derzeit an den Universitäten Berlin, Bonn, Dortmund, Freiburg, Passau und Stuttgart ihr Masterstudium absolvieren.

Die fünf Tage intensiver gemeinsamer Arbeit in einem internationalen und interdisziplinären Kontext wurden von allen Teilnehmenden sehr positiv bewertet (im Schnitt erhielt die Winter School in den letzten drei Jahren von den Studierenden jeweils eine 1,3 oder besser).

Aus Sicht der beteiligten Professor*innen trug die Vielfalt der Studierenden dazu bei, dass „die Arbeit auf einem ziemlich reifen Niveau stattfand, was natürlich dem Niveau des Ganzen zugutekommt“ (Jan van der Molen). Auch die Gastdozierenden aus Eswatini beschreiben die Erfahrung positiv – Herr Masilela erklärte: „Es ist etwas ganz Besonderes, zu sehen, wie diese Studierenden auf Ideen und Ansätze kommen, an die wir manchmal gar nicht gedacht haben. Sehr inspirierend und nützlich!“. Und in den Worten eines Studenten war die Winter School „eine der praktischsten Erfahrungen in unserem Masterprogramm. Wir hatten die Gelegenheit, mit den wichtigsten Akteuren des Sektors in engen Kontakt zu treten und tatsächlich Einfluss auf aktuelle Herausforderungen zu nehmen“.

Bei Nachfragen stehen Prof. Dr. Jan van der Molen und Prof. Dr. Eva Maria Hinterhuber jederzeit gerne zur Verfügung.

 

Über die Lehrenden:

Eva Maria Hinterhuber ist Professorin für Soziologie mit dem Schwerpunkt Gender Studies und Co-Chairperson des Competence Centre for Innovative Learning and Teaching an der Hochschule Rhein-Waal (HSRW). 2015 als auch 2021 erhielt sie den Lehrpreis für herausragende Lehre der HSRW. Mit Dr. Michaela Zöhrer und Christine Buchwald M.A. verwirklicht sie zurzeit das durch die Deutsche Stiftung Friedensforschung geförderte Forschungsprojekt „StArt – Feministische Friedensforschung“.

Jan van der Molen hat in Public Governance Studies promoviert und ist Professor in Governance of Cross-Border Alliances with Focus on Water Management an der Hochschule Rhein-Waal. Er weist über 20 Jahre Erfahrung als Spezialist im Bereich der Internationalen Zusammenarbeit auf, darunter in der deutsch-niederländischen grenzüberschreitenden Wasserverwaltung und weiteren internationalen Wasserverwaltungszusammenhängen (Eswatini, Vietnam u.a.). Seine Interessen liegen in den Bereichen Inklusion, Armut und Vulnerabilität.

 

Über die Reihe „Herausragende Lehre in der deutschen Politikwissenschaft“

Dieser Beitrag wurde für den Lehrpreis Politikwissenschaft 2025 eingereicht. Der gemeinsame Preis von DVPW und Schader-Stiftung wurde 2020 neu geschaffen, um die besondere Bedeutung der politikwissenschaftlichen Hochschullehre sichtbar zu machen und die Qualität der Lehre in der deutschen Politikwissenschaft zu stärken. Der Lehrpreis Politikwissenschaft wurde in diesem Jahr an Dr. Carmen Wunderlich für ihr Lehrprojekt „Nukleare (Un-)Ordnung im Wandel: Herausforderungen bei der Kontrolle, Nichtverbreitung und Abrüstung von Atomwaffen“ im Wintersemester 2024/25 an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg verliehen. Die Jury möchte mit dieser Blog-Reihe die Vielzahl der Einreichungen innovativer und didaktisch anspruchsvoller Lehrprojekte würdigen.

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